Regulierung – und ihre Folgen

Liebe Investment Professionals, liebe Freunde der DVFA,

im Dezember 2013 veröffentlichte KPMG eine Studie in Zusammenarbeit mit den Verbänden der privaten und der öffentlicher Banken Deutschlands zum Thema ”Auswirkungen regulatorischer Anforderungen auf Financial Services” (hier der Link zur Studie).

In der Studie werden die Gesamtkosten der Regulierung für Kreditinstitute auf ca. neun Milliarden Euro jährlich beziffert – eine angesichts der Verluste von Banken in den vergangenen Jahren auf den ersten Blick relativ niedrige Zahl.

Wichtigstes Resultat der Studie ist allerdings, dass entgegen der vielfach in der Öffentlichkeit diskutierten Annahme, in der Bankenregulierung seien wichtige Maßnahmen bislang ausgeblieben, die Bankenregulierung bereits erhebliche Auswirkungen zeigt.

So zeigt die Studie auf, dass sich die Eigenkapital- und Liquiditätsausstattungen deutscher Banken bereits erhöht haben und Banken schon heute über gute Kapital- und Liquiditätsreserven für die Krisenpräventionen verfügen. Auch fokussieren sich, wie die Studie zeigt, Banken wieder stärker auf ihre Funktion als Dienstleister und konzentrieren sich stärker auf ihr Kundengeschäft. Heißt auch: ziehen sich ganz oder teilweise aus dem Eigenhandel zurück.

Es scheint mir, dass die Erkenntnisse der Studie noch nicht die Runde in der Öffentlichkeit, insbesondere der Politik gemacht haben. Vielmehr, und auch das belegt die Studie der KPMG sehr schön, wäre es an der Zeit, einmal über die Qualität der Regulierung nachzudenken. Dabei geht es insbesondere um Prozyklizität, um die Kumulation von unterschiedlichsten nationalen und europäischen Regulierungsvorhaben, und in diesem Zusammenhang eine sehr hohe Komplexität.

Ich freue mich sehr, dass der Autor der Studie, Dr. Ulrich von Zanthier, am 13. Mai 2014 auf dem DVFA-Kongress spricht und seine Ergebnisse mit Bankenvorständen und Branchenvertretern diskutiert. Notieren Sie sich schon heute den Termin. Weitere Infos folgen in den kommenden Wochen.

Ich wünsche Ihnen an dieser Stelle schon einmal ein schönes Wochenende.

Machen Sie’s gut und bleiben Sie uns gewogen.

Ihr

Ralf Frank

Über Ralf Frank

Ralf Frank ist seit 2002 bei der DVFA, seit 2004 als Geschäftsführer der DVFA GmbH und seit 2011 als Generalsekretär des Verbands.

Kommentare zu “Regulierung – und ihre Folgen

  1. Claus Isert

    Sehr geehrte Damen und Herren der DVFA,
    Gratulation dazu, dass Sie sich (noch) mehr in die (leider so gut wie abgeschlossene) Diskussion um das Monster Regulierung einbringen. Warum „so gut wie abgeschlossene Diskussion“? Ministerien, speziell Finanzen und (noch schlimmer) Verbraucherministerium unter Frau Aigner waren und sind „vorbelegt“ in ihren Sichtweisen:
    Zum Beispiel:
    Berater in Kreditinstituten = Über-den-Tisch-Zieher. Nicht anders kann ich es mir erklären, dass über Beratung ein Protokoll anzufertigen ist. Und bei „Falschberatung“ Anzeigen bei einem Überwachungsamt erfolgt, was ohne ordentliches Gerichtsverfahren sogar in der Lage ist, ein faktisches Berufsverbot auszusprechen. Ungeheuerlich, für mein Rechtsempfinden.

    Anlage-Beratung im Sinne des Wortes ist ein sich mit nicht mathematisch zu fassenden Dingen auseinandersetzendes Gespräch, das am Ende Zustimmung des Beratenden findet, ohne dass beide Beteiligten wissen, wie die Zukunft tatsächlich aussieht. Wenn hierüber ein Protokoll für Beweiszwecke zielführend sein solle, dann müsse es schon ein mitstenografiertes sein.

    Was würden Rechtsanwälte wohl sagen, wenn deren Mandanten ihnen „Fehlberatung“ nach einem verlorenen Prozess dergestalt vorwerfen könnten, die „Fehlberatung“ bei einer Überwachungsbehörde registriert wird und nach vier, fünf, verlorenen Prozessen zu einem Berufsverbot führen würde?

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