Deutsche Wirtschaft stagniert im Schlussquartal 2018

Die deutsche Wirtschaft ist zum Jahresende 2018 nicht in Schwung gekommen. Das Bruttoinlandsprodukt stagnierte im Schlussquartal. Dabei konnten der stabile private Konsum, ausgabefreudige öffentliche Haushalte und die positive Entwicklung bei den Investitionen die schwachen Zahlen aus der Industrie gerade eben kompensieren.

Insgesamt verlief die zweite Jahreshälfte 2018 – nach einem schwungvollen ersten Halbjahr – damit konjunkturell sehr enttäuschend. Die internationalen Belastungen durch den US-chinesischen Handelsstreit, die Brexit-Unsicherheit und den politischen Streit in Europa haben sich ebenso negativ niedergeschlagen wie die heimischen Probleme rund um die Autoindustrie (Dieselproblematik und neue Abgasstandards) und die Folgen des Niedrigwassers.

Auch wenn diese Sonderprobleme allmählich abgearbeitet sein sollten, große Sprünge sind beim Wachstum auch zum Jahresbeginn 2019 nicht zu erwarten. Die Unternehmen blicken skeptisch auf die kommenden Monate, sie wollen sich angesichts der vielfältigen Risikofaktoren offenbar lieber positiv als negativ überraschen lassen.

Immerhin hat sich an den Aktienbörsen der negative Trend wieder umgekehrt. Die Hoffnung auf eine Einigung im US-chinesischen Handelsstreit ist zuletzt gestiegen, das würde auch der deutschen Konjunktur einen Schub geben. Wir erwarten für 2019 eine konjunkturelle Stabilisierung und eine gesamtwirtschaftliche Wachstumsrate von rund 1%. Die robuste Entwicklung am Arbeitsmarkt und die solide Binnenkonjunktur bilden dafür eine gute Basis. Rezessionsgefahren sehen wir nur bei einer Eskalation der politischen Risiken.

Über Stefan Bielmeier

Stefan Bielmeier ist Chefvolkswirt der DZ BANK AG. Seit Mai 2010 ist Stefan Bielmeier Vorstandsmitglied der DVFA, seit Mai 2012 Vorstandsvorsitzender.

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